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Mit seiner 1711 in London uraufgeführten Oper Rinaldo legte Georg Friedrich Händel den Grundstein für ein in dieser Stadt bis dato beispielloses Opernunternehmen. Neben der neuartigen italienischen Musik stieß beim Publikum auch die fantastische Handlung auf Begeisterung, die sämtliche Möglichkeiten der barocken Theaterkunst ausschöpfte: Liebe, Wut und Leidenschaft inmitten sensationeller Szenenwechsel, Feuer speiender Monster, fliegender Drachen und lebender Spatzen auf der Bühne. Das auf eine Episode aus Torquato Tassos seinerzeit populärem Epos Gerusalemme liberata basierende Libretto erzählt von dem jungen Kreuzritter Rinaldo, der viel lieber seine geliebte Almirena heiraten als kämpfen möchte und der den magischen Künsten der - ihrerseits in ihn verliebten - bösen Zauberin Armida widerstehen muss, um sein Glück zu finden. 20 Jahre später, 1731, war die Opernwelt in London für Händel nicht mehr ganz so rosig, und so besann er sich auf seine einstige Erfolgsoper, die wie damals üblich angepasst wurde. Allerdings wurde von ihm keine andere seiner Opern für eine Wiederaufnahme so umfassend umgearbeitet wie der Rinaldo: Bis auf Almirena wurden alle Rollen überarbeitet, das Spektrum reicht dabei von kompletter Streichung über Transpositionen bis hin zu neu komponierten oder neu eingefügten Arien. Die Änderungen sind so einschneidend, dass man fast von einem neuen Stück sprechen könnte. Diese selten gespielte Fassung ist hier erstmals auf CD zu hören und überzeugt mit einer hervorragenden Sängerbesetzung, allen voran der derzeit führende italienischen Countertenor Filippo Mineccia in der Titelrolle sowie Roberta Mameli und Vivica Genaux als die um ihn kämpfenden Damen Almirena und Armida. Marco Angioloni, zugleich auch Sänger des Goffredo, leitet mit Verve das junge Ensemble Il Groviglio.